Profanierung unserer Kirche

20190518183718-MJ__7979Am vergangenen Samstag war ein ganz besonderer Tag für uns Manheimer, denn die Verabschiedung von unserer Kirche stand an.

Auf den verschiedensten Wegen kamen wir in den alten Ort, um zu unserer alten Kirche zu kommen, die sich stetig füllte.

Den Gottesdienst leitete Pfarrer Möers auf eine herzerfrischende Art und Weise, wobei noch weitere Pfarrer aus anderen Seelsorgebereichen anwesend waren.

Besonders schön waren die rührenden Geschichten unserer Gemeindemitglieder und: wir sind ja Rheinländer – selbst der Karneval kam nicht zu kurz, denn ein kräftiges „Mannem Alaaf“ erfüllte bei einer der Geschichten unsere Kirche. Es waren einfach alles wundervolle Geschichten und Worte, die wie gemacht waren für diesen Anlass und dementsprechend auch für eine schöne Stimmung sorgten.

Mit dabei war auch unser Kirchenchor, der für weitere Gänsehautmomente sorgte: es wurde zusammen gesungen und man hörte die Stimmen von uns Manheimern – die gemeinsam nun auch diesen Weg beschreiten und den Rest der Umsiedlung zusammen stemmen werden, so, wie wir es bisher auch alles gemeinsam geschafft haben.

Es gab ein letztes Mal das „letzte Abendmahl“ und dann wurde auch schon das Schreiben des Erzbischofs von Köln – Rainer Maria Kardinal Woelki – verlesen, wonach die Kirche in Manheim außer Dienst gestellt und nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt wird. Diese Profanierung ist notwendig, um ein geweihtes Gebäude zu „entweihen“ – sprich, es wird wieder zu einem „normalen“ Gebäude und steht nicht mehr im Dienste der Kirche. Dies ist ein Prozess, der gewisse Abläufe enthält und dem auch seitens der Kirche zugestimmt werden muss.

Ohne diese Profanierung der alten Kirche gäbe es keine neue Kapelle im neuen Ort und die Reliquien könnten nicht mit in ihre neue Heimat – und von daher ist dies ein ganz wichtiger Bestandteil. Zumal die neue Kapelle schon sehnsüchtig im neuen Ort erwartet wird. Im Moment haben wir mehr oder weniger ein größeres „Gartenhaus“ mitten im Ort – aber im Laufe des Jahres soll dann endlich mit dem Bau der neuen Kapelle mit Gemeindezentrum begonnen werden und dann finden auch die Andenken an die alte Kirche ihren Platz in der neuen Kapelle.

Ein Teil dieser Andenken in Form von Reliquien wurden zum Ende des Gottesdienstes aus der Kirche getragen – unter anderem begleitet von dem Gesang der Gemeinde und des Chores und dem Lied: „Großer Gott wir loben dich“.

Es war ein sehr emotionaler, bewegender und besonderer Tag in unserer Gemeinschaft und in unserer Kirche – einfach, weil es ihn gab – und weil wir Abschied nehmen konnten.
Der Gottesdienst war gefüllt mit Leben – verbunden mit dem Wissen und der Hoffnung, dass wir uns bald alle im neuen Ort in der neuen Kapelle versammeln werden und dann auch endlich im neuen Ort die Glocken unserer alten Kirche läuten hören.

Und irgendwie hat es etwas Tröstendes: nur noch wenige Manheimer leben im alten Ort und wer weiß? Vielleicht ziehen ja die letzten Manheimer in unseren neuen Ort, wenn die neue Kapelle eingeweiht wird – dann wären wir hier wieder „komplett“ und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Meine geliebte Oma hat mir vor vielen Jahren mal ein Herz geschenkt, auf dem steht: „Jede Veränderung kann ein neuer Anfang sein“ – und so werden wir Manheimer das auch weiter leben: unsere alte Kirche behalten wir im Herzen durch die Geschichten, das Erlebte, Fotos und Videos und die Zukunft schreiben wir dann mit unserer neuen Kapelle, die uns auch in allen zukünftigen, schönen und traurigen Momenten als Zufluchtsort und Begegnungsstätte begleiten wird; denn wie formulierte Pfarrer Möers es so schön? Die Kirche ist da, wo ihre Menschen sind…

Die Bilder findet Ihr wie immer in unserem Album unter „Events in und um Manheim“ –> „Profanierung unserer Kirche“

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