Mein Heiligabend und der Gedenkstein

20151224-IMG_4140Eigentlich hatte ich vor, diesen Artikel an Heiligabend auf unsere Seite zu setzen. Aber dann habe ich es mir doch anders überlegt, denn ich wollte keinen unserer Leser traurig machen. Wie ihr euch denken könnt, hat es mit dem Tod zu tun und da jeder von uns bereits geliebte Menschen verloren hat, wiegt gerade dieser Verlust an Weihnachten besonders schwer.

Aber unsere Artikel sollen ja nicht traurig machen, sondern höchstens mal nachdenklich; nur hängt das ja von jedem selbst und vor allen Dingen von seiner Gemütsverfassung ab.

So erging es auch mir…

An Heiligabend war ich am frühen Morgen auf unserem Friedhof in Manheim-Neu, um meinem zweitgeborenen, verstorbenen Sohn ein Kerzchen zu bringen. Als ich wieder gehen wollte, sah ich, dass die Türe zum Weg nicht verschlossen war. Also ging ich wieder zurück, schloss diese Tür und aus dem Augenwinkel nahm ich „es“ war: einen grauen Stein, den ich so vorher noch nicht wahrgenommen hatte. Natürlich bin ich zu diesem Stein gegangen, habe ihn mir genauer angeschaut und war sehr berührt. Mir kamen die Tränen, ich kniete mich vor diesen Stein und irgendwie gingen mir auf einmal so ganz viele Gedanken durch den Kopf: es ist Heiligabend, wir feiern die Geburt eines Kindes und ich knie unmittelbar am Grab meines eigenen Kindes, schaue mir eine Tafel an, auf der Kinder zu sehen sind und lese einen Spruch, der da lautet:

 

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Warum ich gerade an Heiligabend nun diesen Gedenkstein das erste Mal gesehen habe, kann ich nicht beantworten. Vielleicht weil mich genau dieses Thema ganz besonders betrifft und dementsprechend auch sehr berührt? Weil ich leider nicht alle meine verstorbenen, totgeborenen Kinder hier auf dem Friedhof beerdigt habe?

Die Antwort auf das „Warum“ werde ich auch darauf nicht erhalten, aber was ich weiß ist, dass es eine in meinen Augen sehr schöne Geste ist, den früh verstorbenen und/oder totgeborenen Kindern auf einem Friedhof zu gedenken und dafür möchte ich einfach von Herzen Danke sagen.

 

 

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