Umbettung der Verstorbenen

20140329-IMG_6969Passend zu Ostern möchten wir euch heute über eine andere Form der Umsiedlung berichten – die Umbettung unserer Verstorbenen.

Denn eine Umsiedlung bedeutet viel mehr als nur sein Haus oder seine Wohnung zu verlassen, Dinge zu räumen und zu sichten, zu putzen, Kartons zu packen, neu zu bauen…eine Umsiedlung bedeutet auch, dass ebenso die Toten mit umsiedeln. Niemand der Verstorbenen bleibt auf dem alten Friedhof zurück, es finden Alle einen neuen Platz, so wie die Lebenden – auch die Toten.

Aber wie läuft so etwas ab? Wie geht es mir dabei? Was kommt auf mich zu?

Da wir selbst diesen Weg beschritten haben, möchten wir euch teilhaben lassen und davon berichten und wir haben euch auch zu diesem sicherlich nicht einfachen Thema ein paar Fotos gemacht. Am Ende des Berichtes findet ihr den Link zum Album.

Detaillierte Informationen zur Umbettung findet ihr in unserem Artikel „Infoveranstaltung zur Verlegung des Friedhofs„. Diese möchten wir hier nicht noch einmal erläutern, sondern mehr das Emotionale beleuchten.

Umbettung eines Verstorbenen – was bedeutet das für uns Angehörige? Und was bedeutet es für die Menschen, mit denen wir dabei zu tun haben?

Viel, unglaublich viel…

In unserem Fall geht es um meinen kleinen, zweitgeborenen und verstorbenen Sohn Nico, der seit seinem Tod 2003 auf dem alten Friedhof von Manheim liegt und den wir mehr als gerne direkt mit nach Manheim-Neu „mitgenommen“ hätten. Wir fühlten uns irgendwie nicht komplett – wohnten wir doch bereits im neuen Ort und der Kleine lag noch auf dem alten Friedhof. Ständig pendelten wir hin und her, was allerdings von Herzen geschah. Blumen wässern, Kerze anzünden, nach dem Rechten schauen. So wie im alten Ort fast täglich, nun auch vom Neuen aus.

In der Zeit zwischen Anträge ausfüllen, Grab räumen und endgültiger Umbettung hatten wir es mit den verschiedensten Menschen in den verschiedensten Bereichen zu tun. Mitarbeiter von RWE, der Stadt, des Friedhofs, Bestatter und Steinmetz. Das mag jetzt sehr bürokratisch klingen, aber hinter all dem stecken Menschen. Menschen, die wir als sehr feinfühlig und sensibel kennenlernen durften. Wir fühlten uns nie als ein Grab X, was halt eben mal von alt nach neu muss.

Da die Möglichkeit bestand, an der Ausbettung teilzunehmen, nahmen wir diese wahr und haben meinen Kleinen quasi von Anfang bis Ende zu seinem neuen Grab begleiten dürfen, wo er jetzt bis in alle Ewigkeit die letzte Ruhe finden möge…

Vor der Anwesenheit bei der Ausbettung wurde mir mehrfach abgeraten, aber ich kann hier an dieser Stelle nur sagen, dass ich unglaublich glücklich bin, dabei gewesen zu sein. Die Menschen, welche auf dem alten Friedhof dabei tätig waren, gingen so feinfühlig und vorsichtig an die Ausbettung, dass es mir vor Rührung unglaublich nah ging.
Natürlich muss das jeder für sich selbst entscheiden und schauen, ob und wie er mit möglichen Dingen umgeht, die er dann sieht. Wer hier Fragen hat, kann sich gerne jederzeit an uns wenden.

Abschließend möchten wir uns von Herzen bei allen Beteiligten bedanken und ein Spruch geht mir seit dieser Zeit nicht mehr aus dem Kopf: Engel kann man nicht kaufen – aber man kann ihnen begegnen…

Die Fotos findet ihr hier in unserem Album, wobei wir nach langer Zeit mal wieder die bunt und schwarz/weiß Variante gewählt haben. Ihr werdet erkennen, warum…

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