Außenputz, Fußbodenheizung, Estrich und viele, kleine Krater…

20130411-img_5678Heute folgt nun der Nachtrag zu unserem Bautagebuch aus dem April 2013 – ein Monat, der es in sich hatte, was unser Nervenkostüm anging. Aber der Reihe nach..
 
Im besagten April 2013 sollte also die Fußbodenheizung verlegt und der Estrich geliefert werden. Zwei Dinge, auf die ich mich persönlich total freute, denn das bedeutete zum einen, dass wir wieder ein großes Stück weiter vorwärts kommen würden und zum anderen, dass ich in der Zukunft nie mehr kalte Füße haben würde. Die meisten Frauen werden mich verstehen 😉
Im alten Haus gab es keine Fußbodenheizung und überhaupt waren die Böden und Räume immer kalt bzw. es brauchte immer recht lange, bis sie richtig warm wurden. 
 
Einen Tag vor meinem Geburtstag wurden die letzten Arbeiten abgeschlossen, die nötig waren, damit die Fußbodenheizung und der Estrich „einziehen“ konnten: sämtliche Wasserleitungen bekamen eine isolierende Ummantelung, wurden am Boden mit Lochband befestigt und alles, was noch irgendwie im Weg lag/stand wie Fußmatten, Stühle, Glaswolle etc. wurde von uns weggeräumt, damit für den kommenden Tag alles vorbereitet war. 
 
Am nächsten Morgen ging es dann auch direkt los mit dem Verlegen der Fußbodenheizung der Firma Athe Therm, worüber ich mir bisher noch nie Gedanken gemacht hatte, wie so etwas von statten geht und funktioniert. Es war echt spannend zu sehen, mit welcher Präzision und Geschwindigkeit die Jungs die Heizrohre verlegten, wobei ich nie geglaubt hätte, dass es bis abends fertig würde, denn mittels unzähliger Kunststoffklipse mussten die Rohre ja befestigt werden. Außerdem gab es in jedem Raum einen CM-Messpunkt, die der Feuchtigkeitsmessung dienten, nachdem der Estrich verlegt wurde. Dennoch lagen abends sauber und ordentlich alles Heizungsrohre in Schleifen verlegt an Ort und Stelle und voller Ehrfurcht bestaunte ich dieses Werk. 
 
Ein paar Tage später wurde es dann plötzlich sehr turbulent, denn es wurde nicht nur der Fließestrich geliefert, den wir in unserem Paket schon inklusive hatten (was mehrere Vorteile bot: gerade in Kombination mit der Fußbodenheizung harmoniert der Fließestrich sehr gut – er ummantelt die Heizrohre komplett und die Wärmeleitung wird verbessert, zudem wird dieser Estrich aufgrund seiner Zusammensetzung auch wesentlich ebener verlegt) sondern es hatten sich auch die Verputzer für den Außenputz am Abend vorher angekündigt, was uns bis dahin leider nicht bekannt war. Somit fuhr Marco noch am besagten Vorabend zum Haus und sorgte dafür, dass eine Außensteckdose Strom lieferte, der für die Verputzer dringend nötig war. 
 
Jedenfalls wurde der Fließestrich am frühen Morgen geliefert, die Verputzer hatten auch alles was sie brauchten und Marco und ich hatten vereinbart, dass wir uns abends am Häuschen nach der Arbeit treffen würden,  um zu schauen, wie es aussieht. Soweit war unser Plan, der dann aber völlig aus dem Ruder lief: Marco erhielt nachmittags um 16.34 h von seinem Gebäudemanagemant einen Alarm auf dem Handy, dass der Fehlerschutzschalter der Wärmepumpe ausgelöst hatte, was uns schon sehr beunruhigte, denn bis dahin lief die Wärmepumpe einwandfrei und ohne Störungen. 
 
Marco war zuerst am Haus und öffnete die Haustüre, was nicht gerade zu seiner Beruhigung beitrug, denn er hörte im Abstand von 1-2 Sekunden ein „Platschgeräusch“, also quasi so wie von  Tropfen, die im Wasser auftreffen, was sowohl aus dem Erdgeschoss als auch aus dem Keller klar und deutlich zu orten war. Wenig später war ich dann auch am Häuschen angekommen und nachdem wir um unser Häuschen herumgelaufen waren und durch die nicht beschlagenen Fenster schauten, hat uns ehrlich gesagt der Schlag getroffen: von der Decke im Wohnzimmer fielen dicke Tropfen und hatten bereits mehrere Krater in den Estrich geschlagen. Die Decken waren an manchen Stellen durchnässt und mir kamen die Tränen. Woran man als Bauherr in dieser Situation ja sofort denkt, ist Schimmel. Meine Nerven lagen wirklich in diesem Moment blank, weil wir zum einen nicht ins Haus konnten und zum anderen sah ich bereits in Gedanken schwarze Glaswolle voller Schimmelsporen bzw. eine Decke voller schwarzer Punkte. 
 
Diese Krater befanden sich an zwei Stellen im Wohnzimmer, was die Sache natürlich nicht besser machte. Ein umgehender Anruf beim Bauleiter ergab, dass es sich hier um Kondenswasser handeln sollte, was aber unserer Meinung nach nicht sein konnte, da die Fenster überhaupt nicht beschlagen waren, was man ja sonst aus Häusern kennt, wo der Estrich verlegt worden ist. 
 
Da es im Keller ähnliche Geräusche gab, baten wir um umgehende Begehung des Hauses, sobald der Zustand des Estrich dies zulassen würde, damit wir sowohl prüfen konnten, ob im Keller die Technik voll Wasser gelaufen war und natürlich auch, ob im Wohnzimmer die Dämmwolle unter der nassen Decke getauscht werden muss. 
 
Quälende Tage später durften wir dann endlich wieder in unser geliebtes Häuschen und mit klopfendem Herzen ging es dann auf Spurensuche. Die Krater im Wohnzimmer und im Wintergarten waren nach wie vor mehr als deutlich zu sehen und hinterließen den faden Geschmack einer Tropfsteinhöhle. Ebenso im Keller, wie vermutet – wobei die Technik zum Glück keinen Schaden davongetragen hatte. Die übliche Feuchtigkeit war besonders im Keller zu spüren und wir versuchten mit Heizlüftern dieser entgegenzuwirken. 
 
Neben dem Bauleiter kam dann auch ein Sachverständiger, der die Feuchtigkeit in der Decke bzw. im Dämmmaterial prüfte und veranlasste, dass die Dämmwolle, die zu nass geworden war, ausgetauscht wurde, ebenso natürlich auch die Deckenverkleidung. 
 
Natürlich möchten wir nicht unerwähnt lassen, wodurch dies alles geschehen ist, damit andere Bauherren solche Sorgen und Nöte erspart bleiben: es verhielt sich so, dass wir in der Decke des Wohnzimmers und auch im Keller Stahlträger hatten, die dazu führten, dass von dort durch die Decke das Kondenswasser tropfte. Ebenso war die Öffnung für den späteren Kamin nicht ganz unschuldig, denn dort trat kalte Luft ein und es kam es im Wohnzimmer an der zweiten Stelle zu einer Kondenswasserbildung – auch ohne Strahlträger.
 
So schlimm damals die Situation für uns war, so froh waren wir, dass die Firma FingerHaus den Sachverständigen zu Rate zog und somit unser Häuschen keinen Schaden genommen hat.  Außerdem war es ganz toll, über diesen wunderbar hellten Estrich zu laufen – es wurde immer wohnlicher bei uns und das machte uns einfach glücklich. 
 
Da die Verputzer auch super und flott an dem Tag unser Häuschen verputzt hatten und hier in keinster Weise Grund zu Ärger oder Aufregung gegeben war, konnte das Gerüst endlich abgebaut werden und für uns bedeutete das dann auch: es geht weiter 🙂
 
Wie immer findet ihr die Bilder im Album „Bautagebuch“.
 
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